Ein wichtiges medizinisch-pflegerisches Problem sind chronische, schlecht heilende Wunden. Noch vor wenigen Jahren wurden chronische Wunden im klinischen Alltag eher stiefmütterlich behandelt. Heute gibt es eine fast unüberschaubare Methodenvielfalt und eine riesige Anzahl verschiedener pflegerischer und medizinischer Produkte, um solche Wunden zu behandeln. Diese unzähligen Möglichkeiten führen aber meist eher zur Verwirrung, da vieles sehr ähnlich ist und der Einsatz dieser Methoden im pflegerischen und klinischen Alltag sehr von persönlichen Vorlieben des jeweiligen Therapeuten geprägt ist. Im Folgenden wird zuerst Grundsätzliches über chronische Wunden und deren Therapiemöglichkeiten abgehandelt um dann ein zu erläutern wie ein modernes Wundmangement aus häutiger Sicht durchgeführt wird. Diese Durchführung darf nur durch professionelles, medizinisches Personal durchgeführt werden. Von einer Eigenbehandlung bei chronischen Wunden sollten dringend Abstand gehalten werden. Dabei wird speziell auf die direkte Wundbehandlung eingegangen. Konservative Maßnahmen wie die wichtige Kompressionstherapie bei chronisch - venösum Unterschenkelgeschwür (ulcus cruris venosum), oder die Lagerung bei Druckgeschwür (Dekubitus) als wichtigste Säule der Prophylaxe und Therapie bei Dekubitus, sollen hier nicht mehr speziell angeführt werden.