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Bei der Entstehung von Schmerzen sind zwei Organe beteiligt. Zum einen der Schmerzverursacher - im Falle von unspezifischen, chronischen Rückenschmerzen ist dies die Rückenmuskulatur - und zum anderen der Schmerzempfänger, sprich das Gehirn. Schmerz ist also immer auch ein Wahrnehmungsprozess und kein objektiv messbarer Parameter. Jeder Mensch erlebt Rückenschmerzen anders. Psychische Mechansimen sind oft sehr komplex. Im folgenden Abschnitt sollen deshalb einige Aspekte der Psychologie und der Schmerzwahrnehmung besprochen werden.
1. Rückenschmerz und Schmerzwahrnehmung
In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patienten mit chronischen Rückenschmerzen dazu neigen, bestimmte Bewegungen zu vermeiden. Dieses Vermeiden kann zu generellem Rückzugs- und Schonverhalten führen, was wiederum einen schlechten körperlichen Zustand bzw. Depressivität zur Folge haben kann. Dabei gibt es Hinweise, dass Patienten mit Rückenschmerzen die rückenschmerzrelevanten Bewegungen als sehr bedrohlicher bzw. schädlich empfinden. Ganz allgemein werden Rückenschmerzen als ein eher gefährliches Symptom eingestuft, vor allem in Zusammenhang mit Bewegung. Da die Schmerzen in Zusammenhang mit der Bewegung auftreten wird der oft fälschliche Schluss gezogen, dass Bewegung für die Entstehung von Rückenschmerzen verantwortlich ist. Deshalb wird auch heute noch vielen Patienten mit Rückenschmerzen empfohlen, dass sie sich schonen sollen - eine fatale Fehlinformation, die zu einer Verstärkung der Chronifizierung von Rückenschmerzen führt. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patienten die trotz Rückenweh aktiv blieben eine bessere Heilungstendenz als solche die sich über längere Zeit schonen. Die Entstehung einer Schonverhaltung ist nachvollziehbar, da die Schmerzen vor allem beim unspezifischen Schmerz nur bei Bewegung auftreten und in Ruhe, beim Liegen verschwinden. Das Problem hierbei ist allerdings, dass die Muskulatur dadurch noch mehr geschwächt wird und zudem eine zunehmende Hilflosigkeit gegenüber der Krankheit auftritt. Eine Abnahme der Aktiviät führt auch immer zu einem Abfall der sozialen Kontakte, weshalb durch ein passives Verhalten die Isolation steigt.
Schwere körperliche Arbeit und das heben von schweren Lasten wird immer wieder als Schmerzverursacher vermutet. Es gibt jedoch keine Hinweise, dass schwere körperliche Arbeit zu chronischem Rückenschmerz führt. Sitzende Berufe (Bürotätigkeiten, Berufskraftfahrer, ...) sind weit häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Schwerarbeiter.
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