Pilzinfektionen der Haut

 

Infektionen mit Pilzen werden Mykosen genannt. Pilzinfektionen die die Haut befallen werden Deramtomykosen (von Dermis - Haut). Im Bezug auf die Haut sind die sog. Dermatophytosen und die Kandidamykosen die wichtigsten Gruppen von Erregern. Dermatophyten sind Fadenpilze im Gegensatz zum candida albicans, einem Sproßpilz.

a) Dermatophyten:

Erkrankungen mit Dermatophyten sind abhängig von der Hautfeuchtigkeit; bei feuchtem Klima (Sauna, Schwimmbäder), bestimmter Bekleidung (Uniformen), Schuhwerk sowie bei Männern (Schwitzen mehr als Frauen). Die Infektion erfolgt meist direkt vom Tier oder meist vom Menschen (Fußmatten, Holzroste, Bäder,...). Die Infektiosität ist nicht sehr hoch und an die Faktoren der Feuchtigkeit und eines Hautdefektes gebunden, zusätzlich ist eine recht große Zahl an Erregern notwendig.

Charakteristische Erscheinungsform der Dermatophytosen ist ein sich langsam vergrößernder Ring. Dies ist dadurch bedingt, dass Pilze sich langsam vom Ursprungsort ausbreiten und zentral abheilen, während an der "Ausbreitungsfront" die Entzündung sich erst entwickelt. Typisch für Dermatophytosen ist also ein entzündlicher Randwall. Am Ende steht dann die völlige Abheilung oder ein chronischer, leicht entzündlicher und hartnäckiges Gleichgewicht zwischen Immunsystem und Pilz.

Am häufigsten kommen Pilzinfektionen in der Leiste, Hand und / oder Fuß, sowie die Kontaktstellen (z.B. Wange) vor. Als Sammelbegriff für alle Dermaophyten wird oft der Begriff "Tinea" bezeichnet. Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen:

  • Tinea corporis: Prädilektionsstelle Leistgengegend
  • Tinea pedis: Fußpilz durch Dermatophyten beding
  • Tinea manus: Handpilz durch Dermatophyten
  • Trichomykosen: Entzündung  der Haarfollikel durch Dermatophyten
  • Onychomykosen: Pilzerkrankungen des Nagels

 

Die häufigste Dermatophytose ist die Tinea pedis. Sie ist bedingt durch regelmäßiges Tragen von Schuhwerk v.a. Turnschuhe). Sie entsteht meist während der warmen Jahreszeit durch Infektion in Bädern, zusätzlich bedingt das Schuhwerk im Sommer eine höhere Feuchtigkeit durch Schwitzen, kommt jetzt noch ein Hautdefekt dazu kommt es zur Infektion. Häufig findet man dann die Infektion Interdigital (zusätzliche Feuchtigkeit durch Intertrigo). Im Zwischenzehenraum sit die Haut weißlich, wie gekocht mazeriert, fetziges ablösen der Hornschicht, scharf begrenzte Erosionen, oft zentral schmerzhafte Rhagade, welche eine nahezu ideale Eintrittspforte für ein Erysipel darstellt. Die Therapie besteht im auftragen lokaler Antimykotika. Maßgeblich für den Therapieerfolg ist das "Trockenlegen" der feuchten Stellen. Sie sollten deshalb:

  • Auf ausgedehnte warme Bäder verzichten, diese lassen die Hornhaut aufquellen und die Pilzsporen leichter in die Haut eindringen.
  • Tragen Sie kochbare, atmungsaktive Kleidung.
  • Luftige Schuhe und Baumwollstrümpfe, keine Synthetik
  • Am besten ist barfuß gehen.

 

Als Vorbeugung kommt in Betracht:

  • Nach dem Besuch von "gefährdeten" Orten (Schwimmbad, Sauna, ...) vor allem auf das trocknen der Zwischenzehenräume achten. Die Sprühvorrichtungen in Bädern sind umstritten wegen der Sensibilisierungsgefahr gegenüber dem Desinfektionsmittel und der fraglichen Wirksamkeit.
  • Haustiere sind eine häufige Ansteckungsquelle für Dermatophyten.

 

 

Die zweithäufigsten Dermatophytosen sind die Nagelerkrankungen, die Onychomykosen. Onychomykosen des Fußes sind durch die selben ungünstigen zivilisatorischen Ursachen bedingt wie die bereits geannten Tinea pedis, somit sind auch die Zehennägel häufiger betroffen als die Fignernägel. Bei der häufigsten Form, der distalen Onychomykose, findet man krümelige, weiße Massen unter den Fignernägeln. Wesentlich seltener ist die rein auf die Nagelplatte beschränkte oberflächliche "weiße" Onychomykose. Dies hat Auswirkungen auf die Therapie. Mit einer Lokaltherapie kann man lediglich die seltene oberflächliche Onychomykose behandeln, die häufige distale Form spricht nur auf systemsche Therapie an. Die Einnahmedauer beträgt zwischen 6 Wochen (Fingernägel) bzw. 12 Wochen bei Zehennägel. Die Heilungsrate beträgt dann zwischen 80 und 90%, die Rezidivrate hängt vom Basisschaden ab. Nagelextraktionen verkürzen zwar den Heilungserfolg, bergen aber die Gefahr des Schadens der krankhaften Nagelregeneration und sind damit als Routinemaßnahme ungeeignet. Nagelextraktion alleine, ohne zusätzliche systemsche Behandlung ist ein völlig untaugliches Mittel.

 

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