Medizin und Rückenschmerzen
Auf den folgenden Seiten wird auf die klassischen, sogenannten schulmedizinischen Aspekte bei chronischen Rückenschmerzen eingegangen. Es werden unter anderem folgende Themen behandelt:
Abklärung von Rückenschmerzen
Behandlung von chronischen Rückenschmerzen
Medikamente bei chronischen Rückenschmerzen
Operationen bei chronischen Rückenschmerzen
Die Untersuchung bei Rückenschmerzen
Bei der Enstehung von chronischen Rückenschmerzen werden zwei Arten von Rückenschmerzen unterschieden. Zum einen der sogenannte spezifische Rückenschmerz bei dem eine fassbare Ursache erkenntlich ist, zum anderen der sogenannte unspezifische Rückenschmerz, der sich nicht aus körperlichen Veränderungen heraus erklären lässt. Die klassischen schulmedizinischen Behandlungsstrategien gegen chronische Rückenschmerzen konzentrieren sich einerseits auf die Bekämpfung des Schmerzgeschehens, andererseits auf eventuell fassbare Veränderungen wie z.B. Bandscheibenvorfälle.
Der spezifische Rückenschmerz ist durch eine körperlich fassbare Veränderung bedingt. Beispiele dafür sind immunologische Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises wie beispielsweise die rheumatoide Arthritis, entzündlich-immunologische Erkrankungen wie die Borreliose, oder auch Tumorerkrankungen. Auf die Problematik des Bandscheibenvorfalls bei Rückenschmerzen habe ich auf den einführenden Seiten hingewiesen. Der spezifische Rückenschmerz ist aber weitaus die seltenere Ursache, viel häufiger sind die sogenannten unspezifischen Rückenschmerzen, bei denen man keine fassbare körperliche Veränderung feststellen kann.
Die Abklärung ob es sich bei Rückenschmerzen um die spezifische oder unspezifische Form des Schmerzes handelt ist Sache des Arztes, weshalb Sie bei Rückenschmerzen Ihren Arzt konsultieren sollten. Ihr Arzt wird bei der Untersuchung das Augenmerk auf die Feststellung von spezifischen Ursachen legen. Im Folgenden soll kurz der Ablauf der medizinischen Untersuchung dargestellt werden.
Zu Beginn steht die Befragung. Dabei steht die Charakteristik des Schmerzes im Mittelpunkt. Folgende Symptome geben beispielsweise Hinweise, dass es sich bei dem Rückenschmerz eher um einen spezifischen Rückenschmerz handelt.
- Die Rückenschmerzen sind unabhängig von gewissen Bewegungen oder Haltungen.
- Sie haben primär nur Nachts Rückenschmerzen.
- Sie haben konstante Beinschmerzen mit Ausfallserscheinungen (z.B. starke einseitige Muskelschwäche oder Taubheit im Bein mit konstanten Beinschmerzen).
- Die Schmerzen sind im Bein viel stärker als im Rücken.
- Sie haben Rückenschmerzen mit plötzlichem Kontrollverlust der Blasen- oder Darmfunktion.
- Sie haben Rückenschmerzen in Verbindung mit Fieber.
- Sie haben Rückenschmerzen in Verbindung mit Unwohlsein und allgemein reduziertem Gesundheitszustand (schlapp, müde), speziell bei vorausgegangener Operation wegen einer Tumorerkrankung.
- Akut auftretende Rückenschmerzen nach einem Unfall (z.B. Sturz).
Die Schmerzen wandern, das heisst der Schmerz ist zeitweilig an einem Ort (z.B. Rücken), dann wieder in den Beinen oder Armen und nicht genau zu beschreiben.
Ein zweiter wichtiger Aspekt ist, ob eine Lähmung oder eine Gefühlsstörung im Bein vorliegt. Diese Frage ergibt einen Hinweis ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt der auf einen Nerv drückt. Zu diesem Zweck müssen Sie meist auf dem Zehenballen oder den Fersen stehen.
Die weiteren Untersuchungen hängen von den oben erhobenen Befunden ab. Wird ein Bandscheibenvorfall vermutet wird meist eine sogenannte Kernspintomographie durchgeführt, die einen Aufschluss darüber gibt, ob durch einen Bandscheibenvorfall ein Nerv abgedrückt wird.Röntgenuntersuchungen sind nur in seltenen Fällen und bei speziellen Fragestellungen nötig, ebenso Blutuntersuchungen.