Übung 4: Adduktorenübung: Bewegung zur Seite

 

Dieses ist die einzige Übung im Stehen. Im Gegensatz dazu, wird hier nicht die vordere Oberschenkelmuskulatur gestärkt, sondern die Muskulatur an der Innenseite des Oberschenkels. Diese Muskulatur hat die Aufgabe das Bein, wenn es zur Seite abgespreizt wurde wieder an den Körper heranzuführen. Derartige Muskeln die eine Extremität wieder zum Körper zurückführen, nennt man in der Anatomie Adduktoren. Solche die eine Extremität seitlich vom Körper weg führen nennt man Abduktoren. Unten soll dies in einer Abbildung erläutert werden.

Abbildungen: oben die Abduktion, unten die Adduktion

Die Adduktoren des Oberschenkels gehören zu jenen Muskelgruppen, die beim bewegungsarmen, zivilisierten Menschen stark unterbeansprucht werden und regelmäßig untertrainiert sind. Die Beeinflussung dieser Muskelgruppen wirkt aber weniger auf das Kniegelenk, sondern mehr auf das Hüftgelenk. Sehr häufig jedoch, werden Knieschmerzen von der Hüfte aus auf das Kniegelenk projeziert, weshalb es Sinn gibt, diese Übung in ein work out Programm bei Knieschmerzen einzufügen. Diese Übung ist auch eine zentrale Übung bei Hüftgelenksbeschwerden (vor allem die Hüftarthrose) weshalb sie dort nochmals genauer besprochen wird.

Bei dieser Übung wird ein Fuss auf einem Gegenstand abgestützt. Dies kann ein Stuhl, ein Baumstumpf, eine Kiste oder dergleichen sein.

Nun wird das gestreckte (nicht dasjenige, das auf dem Gegenstand steht) angespannt. Man spannt also von der Fusssohle des gestreckten Beins beginnend, die Wade und den Oberschenkel an und neigen sich zur Seite. Dies sollte nur wenige Sekunden geschehen. Dann stellt man sich wieder aufrecht hin. Es muss bei dieser Übung darauf geachtet werden, dass sich der Patient bei der Übung auf die Innenseite der Oberschenkels konzentriert - er muss sich quasi vorstellen wie die Muskulatur sich verlängert und stärkt - denn dort befinden sich die sog. Adduktoren. Diese Übung ist somit nicht einfach ein "sich zur Seite Dehnen", sondern ein aktiver, konzentrierter Prozess bei dem die Muskeln während der Übung angespannt werden und in diesem Spannungszustand mit einem "Anstrenungsgefühl" zur Seite bewegt werden. Die Übung ist somit mühsamer und anstrengender, als sie von außen aussieht.

Was geschieht bei dieser Übung?

Sinn dieser Übung ist es die sogenannten Adduktoren zu beeinflussen. Werden die Übungen richtig durchgeführt, sind es sehr anstrengende Übungen, die die Muskulatur an der Innenseite (die Adduktoren) beeinflussen. Diese Übungen sind deshalb meist nicht leich auf Anhieb erlernbar, weshalb sie vom Patienten zu Beginn häufig in Begleitung eines Therapeuten durchgeführt werden.

Da Hüftgelenksbeschwerden meist auf beiden Seiten auftreten sollte diese Übung auf beiden Seiten durchgeführt werden.

Bei jeder Seite werden etwa fünf Wiederholungen durchgeführt.

weiter

Home

Diese Übung dient zur Stärkung der Adduktoren und ist gleichsam auch die wichtigste Übung bei Hüftbeschwerden.