Beispiele für Übungen bei Hüftschmerzen

 

Unten angegeben sind Beispiele für Übungen, die Menschen bei einer Gelenksarthrose (Altersarthrose) durchführen können. Es sind exemplarische Übungen, die speziell auf Muskelgruppen wirken, die durch einen Bewegungsmangel in ihrer Funktion eingeschränkt wurden.

Auf den vorigen Seiten wurde bereits die Entstehung der Hüftschmerzen besprochen und auf die Tatsache hingewiesen, dass es sehr viele Ursachen für die Entstehung von Hüftschmerzen gibt. Hauptsächliche Ursache ist eine Gelenksarthrose, die mit zunehmenden Alter "von selbst" entstehen kann. Danaben gibt es andere Ursachen, die zu einer Arthrose führen können (z.B. nach Operationen, bei einer angeborenen Fehlstellung des Hüftgelenks, etc.). Die unten angegebenen Übungen sind für solche Menschen gedacht, die an einer Altersarthrose leiden. Bei dieser Form der Arthrose wird sehr oft zu Beginn eine Bewegungstherapie durchgeführt, bevor man sich zur Operation entschließt. Für andere Formen der Arthrose oder bei Arthritis ist zum Teil keine Bewegungstherapie möglich, im Fall der Arthritis sogar verboten. Dies kann nur von einem Arzt unterschieden werden.

In der Bewegungstherapie von Hüftschmerzen gibt es sehr viele verschiedene Übungen die angewendet werden. Das wichtigste ist sicherlich, dass überhaupt eine Bewegung durchgeführt wird. Dennoch gibt es auch Übungen, die gezielt auf verschiedene Muskelgruppen wirken. Die unten angegebenen Übungen, sind z.B. Übungen die sehr auf die sog. Adduktoren einwirken. Die Adduktoren sind Muskeln, die sich an der Innenseite der Oberschenkel befinden. Daneben wird auch die Muskulatur an der Vorderseite des Oberschenkels trainiert. Dadurch entsteht ein "Muskelkorsett", dass den Schmerz beeinflussen soll und das Gelenk selbst entlasten soll.

Die angegebenen Übungen werden vor allem von Therapeuten durchgeführt, die nach der Theorie des Dr. Walter Packi arbeiten.

Menschen, die diese Übungen durchführen, müssen diese Übungen langsam, konzentriert und mit Bewusstsein durchführen und das letztendlich in der nötigen Anzahl. Dabei muss aber behutsam vorgegangen werden. Für alle Übungen bei Schmerzen gilt immer, dass nicht mit Gewalt geübt werden soll sondern in Einklang mit dem Körper und dessen Möglichkeiten.

Übung 1: Adduktorenübung: Bewegung zur Seite

 

Bei dieser Übung wird die seitliche, innere Oberschenkelmuskulatur, die sogenannten Adduktoren gestärkt. Diese Muskulatur hat die Aufgabe das Bein, wenn es zur Seite abgespreizt wurde wieder an den Körper heranzuführen. Derartige Muskeln die eine Extremität wieder zum Körper zurückführen, nennt man in der Anatomie Adduktoren. Solche die eine Extremität seitlich vom Körper weg führen nennt man Abduktoren. Unten soll dies in einer Abbildung erläutert werden.

Abbildung: Abduktion ist das Abspreizen einer Extremität

Abbildung: Adduktion ist das Heranführen einer Extremität

Die Adduktoren des Oberschenkels gehören zu jenen Muskelgruppen, die beim bewegungsarmen, zivilisierten Menschen stark unterbeansprucht werden und regelmäßig untertrainiert sind.  

Bei dieser Übung wird ein Fuss auf einem Gegenstand abgestützt. Dies kann ein Stuhl, ein Baumstumpf, eine Kiste oder dergleichen sein.

Nun wird das gestreckte (nicht dasjenige, das auf dem Gegenstand steht) angespannt. Man spannt also von der Fusssohle des gestreckten Beins beginnend, die Wade und den Oberschenkel an und neigen sich zur Seite. Dies sollte nur wenige Sekunden geschehen. Dann stellt man sich wieder aufrecht hin. Es muss bei dieser Übung darauf geachtet werden, dass sich der Patient bei der Übung auf die Innenseite der Oberschenkels konzentriert - er muss sich quasi vorstellen wie die Muskulatur sich verlängert und stärkt - denn dort befinden sich die sog. Adduktoren. Diese Übung ist somit nicht einfach ein "sich zur Seite Dehnen", sondern ein aktiver, konzentrierter Prozess bei dem die Muskeln während der Übung angespannt werden und in diesem Spannungszustand mit einem "Anstrenungsgefühl" zur Seite bewegt werden. Die Übung ist somit mühsamer und anstrengender, als sie von außen aussieht.

Was geschieht bei dieser Übung?

Sinn dieser Übung ist es die sogenannten Adduktoren zu beeinflussen. Werden die Übungen richtig durchgeführt, sind es sehr anstrengende Übungen, die die Muskulatur an der Innenseite (die Adduktoren) beeinflussen. Diese Übungen sind deshalb meist nicht leich auf Anhieb erlernbar, weshalb sie vom Patienten zu Beginn häufig in Begleitung eines Therapeuten durchgeführt werden.

Da Hüftgelenksbeschwerden meist auf beiden Seiten auftreten sollte diese Übung auf beiden Seiten durchgeführt werden.

Bei jeder Seite werden etwa fünf Wiederholungen durchgeführt.

 

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