6. Steroide:
Steroide sind eine spezielle Klasse von Naturstoffen. Steroide kommen fast überall in der Natur vor, sowohl im menschlichen Organismus, in Tieren und in Pflanzen. Ihre biochemische Aufgaben reichen von Vitaminen und Sexualhormonen (sog. Androgene beim Mann, beziehungsweise Estrogene (=Östrogene) bei der Frau) über Gallensäure bis hin zu herzaktiven Giften wie Digitalis, welches zur Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt wird. Alle Steroide basieren auf dem Cholesterin, das Grundgerüst des Cholesterins (richtiger Name: Cholesterol) sind ringförmige Kohlenwasserstoffmoleküle mit drei Sechser- und einem Fünferring.
Die wichtigsten Beispiele für Steroide sind:
- Cholesterin: Cholesterin hat im menschlichen Organismus vielfältige Aufgaben, alle unten stehenden Verbindungen gehen aus dem Cholesterin hervor. Des weiteren ist Cholesterin ein wichtiger Bestandteil von Zellmembranen.
- Gallensäuren: Diese werden in der Leber produziert, gelangen in die Gallenblase und dienen der Fettverdauung.
- Steroidhormone:
- Corticosteroide: diese werden in der Nebenniere produziert, das Cortison ist eines davon. Es werden die Mineralocortikoide von den Glukokortikoiden unterschieden. Das wichtigste Mineralokortikosteroid ist das Aldosteron, es reguliert den Salzhaushalt der Niere. Das wichtigste Glukokortikoid ist das Cortisol (Cortisol ist die biologisch aktvie Form, Cortison ist biologisch inaktiv, erst durch enzymatische Umwandlung in Cortisol wird es aktiv)
- Östrogene: Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone, auch sie gehören zu der Klasse der Steroide.
- Gestagene: Die Gestagene sind neben den Östrogenen die zweite wichtige Klasse der weiblichen Geschlechtshorme. Wie bei diesen handelt es sich ebenfalls um Steroide. Gestagene werden ebenfalls in den Ovarien gebildet.
- Androgene: Androgen ist der Überbegriff für die männlichen Geschlechtshormone. Das bekannteste Androgen ist das Testosteron, welches im Hoden und zum geringen Teil in der Nebenniere produziert wird.
- Vitamin D: oder Calciferol ist die Bezeichnung für eine Gruppe fettlöslicher Vitamine.
Herzglykoside: wie das Digitalistoxin, sind hochaktive Substanzen die in der Medizin zur Behandlung von Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.
Für die Herstellung der Steroidhormone im menschlichen Organismus werden eine ganze Reihe von Enzymen benötigt. Bei Ausfall eines Enzyms in der Biosynthesekette können wichtige Hormone nicht, oder nur zum geringen Teil produziert werden. Da Steroidhorme stets vielfältige Aufgaben im menschlichen Stoffwechsel übernehmen, entstehen komplexe Krankheitsbilder, die Stoffwechselkrankheiten entstehen.
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