5.2 Zweifachzucker: Disaccharide:

Disaccharide entstehen durch die Verknüpfung von Monosacchariden. Die wichtigsten Verbindungen sind:

 

a) Sachharose auch Rübenzucker oder Rohrzucker:

Dieser setzt sich zusammen aus Glukose und Fructose. Saccharose wird im Darm in die jeweiligen Monosaccharide Glukose und Fructose gespalten und resorbiert (=aufgenommen).

 

b) Lactose, auch Milchzucker:

Dieser setzt sich zusammen aus Glucose + Galactose. Auch dieser wird (wie alle anderen Zweifach- oder Mehrfachzucker) im Darm in seine Einzelteile Glucose und Galactose gespalten.

5.3 Polysaccharide:

Unter Polysacchariden versteht man Mehrfachzucker mit mehr als zwei Zuckermolekülen. Mehrere Einfachzucker (z.B. Glukose oder Fruktose) bilden eine Kette und stellen dann ein Biopolymer dar. Wichtige Polysaccharide für den menschlichen Organisums oder die Medizin sind zum Beispiel:

 

a) Glycogen:

Das Glykogen ist ein verzweigtes Polysaccharid (Vielfachzucker). Glykogen ist die Speicherform der Kohlenhydrate in Mensch und Tier. Bei vermehrtem Energiebedarf des Körpers wird es wieder zu Glucose aufgespalten, was man Glykogenolyse nennt. Die höchsten Konzentrationen an Glykogen findet man in der Leber und in der Muskulatur.

 

b) Stärke:

Stärke ist  ein Polysaccharid, das, ebenfalls wie das Glykogen aus Glukose-Einheiten besteht.  Stärke ist einer der wichtigsten Inhaltsbestandteile pflanzlicher Zellen (besonders viel in Kartoffeln, Mais oder Getreiden).

 

Stärke und Glykogen unterscheiden sich darin, dass die Glucoseketten des Glykogens stärker verzweigt sind als die der Stärke.

 

c) Zellwände von Bakterien:

Häufig sind Polysaccharide (sog. Muramine) am Aufbau der Zellwände bestimmter Bakterien beteiligt. Lysozym, ein Enzym das z.B. in Tränenflüssigkeit, Nasenschleim und Blut vorkommt ist imstande derartige Polysaccharide zu spalten und somit diese Bakterien abzutöten.

 

5.4 Glykoproteine:

Proteine enthalten oft zustätzlich gebundene Zuckern, man nennt diese Proteine Glykoproteine. Solche Glykoproteine findet man teils in Sekreten (= Schleimsubstanzen: z.B. Nasensekret, Tränensekret...), teils im Blut und Teils an den Außenseiten von Zellmembranen. Beispiel für zwei wichtige Glykoproteine sind:

 

a) Immunglobuline:

Immunglobuline sind Glykoproteine zur Abwehr von Krankheitserregern, spielen aber auch eine wichtige Rolle in der Entstehung von Allergien.

 

 

b) Verschiedenheit der Blutgruppen:

Die Proteine auf den Zelloberflächen von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) sind zum Teil Glykoproteine. Der Zuckeranteil dieser Glykoproteine unterscheidet sich bei den Menschen. Die bekannteste Form der Unterscheidung ist das AB0 System (es gibt auch noch andere), die sog. Blutgruppen A, B und 0.

 

Das Problem dabei ist, das das Immunsystem des Menschen bereits sehr früh fremde Blutgruppen („Zuckerbäumchen“ die nicht so aussehen wie diejenigen die er von seinen eigenen Erythrozyten kennt)  durch Immunglobuline erkennt. Verabreicht man (versehentlich) die falsche Blutgruppe, so setzt eine starke Immunantwort ein, die nur schwer zu beherrschen ist und nicht selten tödlich endet.

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